Die fremde Frau (Lesley Turney)

Sarah macht eine schwere Zeit durch: sie hat ihr Baby verloren und sich vom Kindsvater getrennt, nachdem dieser sie mit ihrer besten Freundin betrogen hatte. Zusammen mit ihrer Schwester May und deren Mann, dem Journalisten Neil, macht sie Urlaub auf Sizilien. Im Hotel trifft sie auf den geheimnisvollen, gutaussehenden Alexander Westwood und seinen Sohn Jamie. Sarah fühlt sich sofort von Alexander angezogen und beginnt eine Affäre mit ihm. Alex bietet ihr nach einigen Tagen an, bei ihm als Haushälterin und Kindermädchen zu arbeiten. Sie schlägt alle Warnungen ihrer Familie in den Wind und folgt den beiden in das Dorf Burrington Stoke, wo Alexander ein abgelegenes Landhaus bewohnt. Die Dorfbewohner sind sofort misstrauisch und begegnen Sarah mit Argwohn und Ablehnung. Überall scheint sie auf die Spuren der  mysteriösen Vergangenheit von Alexander zu stoßen, dessen Frau Genevieve Churchill verschwunden ist. Genevieve war wunderschön, bei allen beliebt, eine erfolgreiche Reiterin und stammte aus der wichtigsten Familie des Ortes. Die Dorfbewohner, aufgehetzt von der reichen Familie Churchill, glauben, dass Alexander für ihr Verschwinden verantwortlich ist und munkeln sogar, dass er sie ermordet habe. Das beweise doch vor allem die Tatsache, dass er so kurz nach ihrem Verschwinden seine Geliebte ins Haus geholt habe. Häppchenweise kommt Sarah hinter die Geschichte von Alexander und Genevieve und immer mehr scheint es sich zu bewahrheiten, dass Alexander für die Situation verantwortlich ist. Sarahs Vertrauen in ihn beginnt zu bröckeln und sie fühlt sich zunehmend einsamer und islolierter. Der kleine Jamie ist ihr einziger Lichtblick und auch Jamie wird vertrauter mit ihr. Immer häufiger hört Sarah Genevieves Warnungen und sieht sie in den Ecken und Spiegeln des Hauses. Spukt es tatsächlich in dem Landhaus? Lebt Genevieve noch? Warum hat sie ihre Familie verlassen und sich seitdem nicht mehr gemeldet? Als Genevieves Mutter Virginia ihre Tochter als vermisst meldet, beginnt die Hexenjagd der englischen Presse und Sarah muss sich entscheiden, ob sie noch auf Alexanders Seite steht. Wieso hat er ihr verheimlicht, dass er im Gefängnis saß? Und wieso war er dort? Die Polizei zieht die Schlinge um Alexander immer enger und an Weihnachten wird er dann schließlich wegen Mordverdachts verhaftet. Sarah wird regelrecht aus dem Dorf vertrieben und landet wieder bei May und Neil. Dieser bietet all seinen journalistischen Spürsinn auf, um das Geheimnis von Genevieve aufzudecken.

 
Da das Buch in der Ich-Perspektive von Sarah geschrieben ist, erfährt man als Leser immer nur soviel wie Sarah selbst. Manchmal wünscht man sich Genevieve würde endlich zurückkehren und das hysterische Dorf beruhigen. Man ist hin- und hergerissen, ob Sarah verrückt wird oder ob es wirklich spukt im Landhaus. Bis zum Ende ist nicht klar, ob Genevieve noch lebt, als Geist spukt oder wirklich ermordet wurde. Gut geschriebene Geschichte über Liebe, Lügen und Vertrauen mit Gruselelementen, eingebettet in eine englische Dorfgemeinschaft. Einige Male fühlte ich mich an Rebecca von Daphne du Maurier erinnert, was wohl auch beabsichtigt ist, wird die Autorin doch im Text genannt. 

Gehört auf jeden Fall auf den Lesen-Stapel.
 
Eure Ines
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