"Der Teufelsgeiger" oder "Paganini reloaded"

„Paganini reloaded“ ist ein Zitat des Kartenabreissers im Kino. Tja, was soll ich über den Film sagen?! Ich hatte etwas anderes erwartet und weiß ehrlich gesagt nicht so genau wie ich den Film finde. Aber leider tendiere ich eher zum Negativen. Und das liegt nicht an der schauspielerischen Leistung von David Garrett, er ist ja in erster Linie Geiger und nicht Schauspieler und so schlecht finde ich seine schauspielerischen Darbietungen jetzt nicht. Im Übrigen ist auch Veronica Ferres eher Veronica Ferres in einem zeittypischen Kleid, es liegt also wohl eher am Drehbuch und der Umsetzung, dass mich der Film nicht grad vom Hocker gerissen hat. Natürlich bin ich jetzt kein Paganini-Experte (außerhalb von Wikipedia-Wissen kenn ich mich da nicht aus) und weiß deshalb nicht was alles Wahrheit und was Fiktion ist. Paganini wird als spielsüchtiger, drogenabhängiger Säufer dargestellt, der gar kein Bock hat für Publikum zu spielen und sich aufführt wie ein Ekel. Der Signor Urbani, sein Manager, sorgt nur dafür ihm eine Dame nach der anderen zuzuführen und hätte meiner Meinung nach noch diabolischer sein können. Natürlich verliebt sich Pagagnini dann in die liebreizende und talentierte Charlotte, die Tochter des Mannes, der Paganini nach London geholt hatte. Urbani zerstört die aufkeimende Liebe aber selbstverständlich und führt so zum Niedergang des großen Maestros. Am Ende wird der Film dann ganz seltsam. Mit langen, schwarzen Zwischenblenden werden die verschiedenen Szenen getrennt, in denen man Paganini vor sich hin siechen sieht. Die Einblendung, dass er nicht in geweihter Erde bestattet werden durfte, beendet dann den Film. Mir persönlich kam die Genialität und Vituosität von Paganini ein bisschen zu kurz. Es ist also ein Film, den man ansehen kann, aber nicht muss. David-Garrett-Fans sollten ihn sich natürlich anschauen, immerhin rennt er ab und zu halbnackt durchs Bild. Und manchmal spielt er tatsächlich auch Geige, auch das kam mir persönlich ein bisschen zu kurz. Natürlich sollte so ein Film nicht ein Konzert begleiten, aber insgesamt kamen mir die Geigensequenzen etwas zu kurz. Ich persönlich würd mir lieber ne Karte für ein Konzert kaufen, da ist das Geld besser angelegt, finde ich. Und deshalb schließe ich mit einem Zitat meiner Oma, die am Ende des Films gesagt hat: „Jetzt kann der so gut Geige spielen und sieht auch noch recht gut aus und spielt so en wüschte Sierch!“
Hat jemand den Film gesehen? Wie fandet ihr ihn?
Liebe Grüße
Ines
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